Dienstag, 10. Januar 2012

Warum ich heiße, wie ich heiße...

Sicherlich kennt jeder die Bibelstelle aus dem Markusevangelium, die von dem blinden Bettler Bartimäus handelt:

46 Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. 47 Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! 48 Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! 49 Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. 50 Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. 51 Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. 52 Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

Analoge Perikopen findet man auch in Mt 20, 29-34 und Lk 18, 35-43. Allerdings wird dem Blinden nur bei Markus ein Name gegeben, und auch sonst finden sich geringfügige Unterschiede. Gleich ist aber allen drei Bibelstellen, dass viele den Blinden ärgerlich zum Schweigen bringen wollen, er sich davon aber nicht beirren lässt, sondern im Gegenteil noch lauter ruft.
Ich fand das immer schon faszinierend. Als Blinder ist man ziemlich hilflos und stand seinerzeit, wo Betteln die einzige Möglichkeit des Broterwerbs für einen Blinden war, am Rande der Gesellschaft. Wo man schon als Normalsterblicher Mut benötigt, sich einer Gruppe zu widersetzen, war diese Eigenschaft in dieser Situation sicherlich noch viel mehr gefragt. Dafür bewundere ich den Blinden.
Und Jesus belohnt seinen Mut und seine Entschlossenheit.

Interessant finde ich auch, dass Markus schreibt, er sprang auf und lief auf Jesus zu. Ich hätte vermutet, dass man als Blinder eher langsam und vorsichtig geht. Bartimäus muss schon ein besonderer Mensch gewesen sein.

Dass Jesus den Blinden dann fragt, was Er ihm tun solle, klingt eigentlich überflüssig. Es ist doch logisch, dass er wieder sehen können möchte, aber der Blinde soll es sagen, er soll es vor allen Leuten laut aussprechen, dass er tatsächlich daran glaubt, dass Jesus dieses Wunder vollbringen kann.
Wenige Verse vorher hatte Er dieselbe Frage an Jakobus und Johannes gestellt, denen es aber nur darum ging, wer denn in Seinem Reich neben Ihm sitzen dürfe...

Bartimäus jedenfalls gibt die richtige Antwort, und sein Glaube hat ihm geholfen. In einem Bibellexikon lese ich im übrigen, dass die Anrede "Rabbuni" (mein Herr, mein Meister) stärker sei als "Rabbi" und nur hier und bei Maria von Magdala in Joh 20, 16 zu finden sei (was ich jetzt mal so glaube).

Auch ich wünsche mir so einen starken Glauben und die Beharrlichkeit des Bittens sowie den Mut des Bartimäus.

Ein Priester, den ich zu meiner Konversion eingeladen hatte, schrieb mir damals ins ausliegende Poesiealbum den Vers aus dieser Perikope: "Hab Mut, steh auf, er ruft Dich!", und meinte dazu, "wir freuen uns mit dir, dass du dich hast rufen lassen."

Aber nun ja, mit diesem Tag war es doch nicht vorbei, wir müssen uns doch Tag für Tag aufs neue von Ihm rufen lassen, und wie gern halte ich mir die Ohren zu und sage, nein, jetzt nicht, ich hab keine Zeit, ich hab keine Lust, frag jemand anderen, ich bin müde und, und, und...

In einem völlig anderen Kontext nun hatte mir am 5. Januar jemand in einer Mail geschrieben, ich sei aber hartnäckig... und in dem Moment dachte ich an Bartimäus (ich musste allerdings erstmal nach dem Namen suchen), und so wurde von einen Moment auf den anderen mein Name und mein Blog geboren! Endlich!!! ;-)

Und zu dem Titel meines Blogs schreibe ich ein anderes Mal...

Kommentare:

  1. Herzlich willkommen als Blogger-Nachbar!
    Soeben verlinkt und in die Katholische Bloggerliste eingebaut:

    www.bloggerliste.blogspot.com

    Vielleicht verlinken Sie auch - würde mich freuen!

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  2. Mir gefällts. Danke und Gottes Segen!

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