Samstag, 28. Januar 2012

Messgedanken...

... wobei... so ganz stimmt die Überschrift nicht, denn die Hl. Messe war ja an für sich bereits beendet, als sich das kleine Detail ereignete, was mich heute so sehr gefreut hatte...

Ich war heute morgen nämlich in einer Hl. Messe im außerordentlichen Ritus, und es sollte hinterher noch ein Vortrag stattfinden. Die Hl. Messe hatte mir sehr gut gefallen, denn es war eine STILLE Hl. Messe. Da die ganz gewöhnliche Wochentags-Still-Messe seinerzeit die erste Hl. Messe war, die ich im alten Ritus besuchte, gefällt sie mir bis heute am besten, glaub ich. :)

Als der Priester das Schlussevangelium beendet hatte, kniete er sich mit dem Ministranten wieder auf die Altarstufen, und ich war ganz verwirrt und hab mich gefragt, ob jetzt noch im Messgewand bereits der Vortrag beginnt...

Aber nein - *andenKopfpatsch* -, natürlich wurden einfach "nur" die sog. leoninischen Gebete gebetet, die nach einer STILLEN Hl. Messe eigentlich verpflichtend sind (oder zumindest mal waren). Sie bestehen aus drei Ave Marias, einem Salve Regina, einem Gebet zum Hl. Erzengel Michael und drei Heiligstes-Herz-Jesu-Anrufungen.
Mir bedeutet das sehr viel. Schon als ich das das erste Mal gehört hatte, fand ich es traurig, dass man das Gebet zum Hl. Erzengel Michael heute nicht mehr hört, dabei wäre es doch gerade heute so wichtig. Und seinerzeit wohnte ich sogar in einem Ort, an dem die Pfarrkirche dem Hl. Michael geweiht war.

Ich hatte mich jedenfalls sehr gefreut, heute endlich mal wieder diese Gebete zu hören bzw. gemeinschaftlich zu beten. Da, wo ich vor Jahren in die alte Messe ging, wurden sie immer gebetet. Heute ist es meistens so, dass, wenn ich es am Werktag in die alte Messe schaffe, die Orgel ein Schlusslied spielt, und die leoninischen Gebete ausgelassen werden. Ich empfinde das als großen Verlust!
Allerdings hab ich mich wohl mittlerweile so sehr dran gewöhnt, dass es zu meiner heutigen Verwirrung kommen konnte...

Ich finde jedenfalls, sowohl das Schlussevangelium und die leoninischen Gebete am Ende, als auch im Sonntagshochamt das Asperges zu Beginn stellen eine große Bereicherung der Hl. Messe dar, und ich verstehe gar nicht, warum man im ordentlichen Ritus darauf verzichtet.

Und noch weniger verstehe ich, dass auch Priester im alten Ritus sie anscheinend manchmal unter den Tisch fallen lassen und lieber ein Schlusslied anstimmen oder es von der Orgel anstimmen lassen... dabei könnte dieses doch auch noch NACH den Gebeten gesungen werden, oder?!

Ich hab mich jedenfalls heute in dem Moment sehr, sehr gefreut! :-)

Kommentare:

  1. Vollste Übereinstimmung!
    Es ist schade, dass die leoninischen Gebete nur für so kurze Zeit vorgeschrieben waren und dabei haben sie mit Sicherheit ihre Wirkung nicht verfehlt.
    Viele Priester, die den Alten Ritus nun neu erlernen wissen wahrscheinlich garnicht von diesen Gebeten und zudem brauchen die meisten Priester wohl für die Messe schon so lange, dass ihnen die 2min Gebete danach zu lange erscheinen. Man müßte mal einen Kirchenrechtler fragen, ob die leoninischen Gebete nicht sogar vorgeschrieben sind bei der Nutzung des 1962 Messbuches, da ja auch andere kirchenrechtliche Umstände aus 1962 (keine Ministrantinnen und Handkommunion) angewendet werden.
    Umso schöner dafür, dass Diözesen zumindest das Gebet zum Erzengel Michael wieder einführen:
    http://kath.net/detail.php?id=31368
    http://www.ewtnnews.com/catholic-news/US.php?id=4749#ixzz1kfm4BTPk

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  2. KLingt gut!!! Wenn mein Priesterbruder "außerordentlich" zelebriert, dann beten wir´s auch "danach"...
    Das ist dann so richtig "rund", das Paket, wenn man´s macht...

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