Donnerstag, 26. Juli 2012

Gedanken in Krisenzeiten

Mir geht es schon längere Zeit nicht wirklich gut. Und wenn nichts im Leben funktioniert, dann finde ich, die ich mich immer noch als "Anfängerin" betrachte, auch das mit dem Glauben nicht so leicht.

Seinerzeit nach meiner Konversion war die ersten Jahre alles so einfach... meine Gottesbeziehung tief und innig... zumindest schien es so. Dann folgten aufgrund von äußeren Entwicklungen ein paar Jahre, wo ich zwar so katholisch war wie der katholische Durchschnittschrist, nein, sogar eher noch mehr, aber eben nicht so "richtig" wie die meisten, die in der katholischen Internetwelt beheimatet sind.

Als ich meine "Umkehr" beschlossen habe, habe ich ganz bewusst versucht, mich mit Katholiken ("richtigen" Katholiken) im Internet zu vernetzen. Es sollte mir eine Hilfe sein, mich eben nicht mehr so sehr von Ihm zu trennen, wie ich es ein paar Jahre tat (wobei ich nie den Kontakt ganz abgebrochen hatte, Gott bewahre, nein)...

Inzwischen stelle ich aber fest, dass diese virtuellen Katholiken mir Probleme bereiten, die ich sonst gar nicht hätte. Ich habe den Eindruck, in Foren und auch vielen Blogs (wobei ich diese immer noch nur unregelmäßig verfolge und es auch wirklich positive Blogs gibt) wird eigentlich nur kritisiert... dieses, jenes oder welches... alle werfen mit Steinen, so wirkt es auf mich, immer wieder und überall.
Aber ihre eigenen Fehler, die sehen sie nicht, und gerade im Internet hab ich mittlerweile einige so heftige Beleidigungen wegstecken müssen, die mich tagelang runtergerissen haben. Der Umgangston lässt immer wieder zu wünschen übrig, und man selbst hat anscheinend die einzige Wahrheit.

Das stößt mich ab. Ich muss es ganz klar so sagen. Und es verunsichert mich. Mehr und mehr. Immer häufiger kam der Gedanke: Wenn das katholisch ist, dann nein, danke...

In einem Forum hatte ich kürzlich einen ziemlich persönlichen Eintrag über meine Glaubenszweifel verfasst... und heute hatte ich - nach Lieferverzögerungen - ein sogenanntes "Festhaltekreuz" in der Post.
Im Beiblättchen heißt es unter anderem: "Das Festhaltekreuz kann uns in einer besonderen Notsituation oder in einer Phase der Verunsicherung und Belastung begleiten."
Das ganze ist ähnlich wie ein Handschmeichler und erinnert mich in gewisser Weise an die abwertenden Bemerkungen, die ein Katholik bei der FSSP-Trierpilgerfahrt über die Handschmeichler im Wallfahrtslädchen machte.
Ich gebe zu: Etwas derartiges hätte ich mir eher nicht von selbst gekauft.

Aber ich bin zutiefst gerührt. Da hat jemand an mich gedacht und sich echte Gedanken gemacht. Und das war eben kein "Vorzeigekatholik", sondern eher einer derjenigen, die mit ihrer oftmals gar so unkatholischen Meinung zu provozieren scheinen (wobei ich immer schon hinter seine rauhe Schale geschaut hatte, sonst wäre es ja auch nicht zu diesem Geschenk gekommen).

Und es zeigt mir wieder einmal, was ich mir schon vor Jahren dachte: Diejenigen, die am "normalsten" sind und sich am Ende die meisten Gedanken über ihre Mitmenschen machen, sind eben nicht diese scheinbar fehlerlosen, sündenfreien Vorzeigekatholiken, die immer nur mit dem Finger auf andere (Priester, Bischöfe etc.) zeigen, von denen das Internet gefüllt zu sein scheint, sondern gerade die, die eben - wie mein Kollege zu sagen pflegt - in erster Linie Christ und nicht in erster Linie Katholik sind.

Ja, das mag jetzt provokant wirken. Es ist mir ehrlichgesagt egal. Ich möchte das einfach mal zu bedenken geben. Eine gewisse "Scheinheiligkeit" (oh, wie ich dieses Wort seit einem gewissen Buch verabscheue) ist mir leider schon vor Jahren aufgefallen, und ich finde das immer sehr verwirrend. Ja, wir sind alle sündhafte Menschen, und das ist ja auch völlig okay, aber es wirkt immer so, als kämen sich manche eben "besser" vor, und wenn sie es dann aber nicht auch tatsächlich sind, dann... *schulterzuck*

Also ich bin jedenfalls nicht ohne Sünde, ganz im Gegenteil, und ich fände es eigentlich wesentlich positiver, wenn man sich im Internet mehr mit den schönen Seiten unseres Glaubens befassen würde und sich einfach gegenseitig stärken und ermutigen. Und kann man nicht in jedem scheinbaren "Skandal" erstmal auch irgendwo das Positive zu sehen versuchen? Haben denn die "aufrechten" Katholiken alle eine Negativbrille auf???
Klar, ich bin ja so "naiv"... aber ich hab seinerzeit auf meine Einladungskarten geschrieben: "Juchuuuu, ich werde katholisch", und gebürtige Katholiken wollen sich vielleicht lieber ärgern als freuen?! Ich versteh's einfach nicht...

Ich werde diesen seltsamen kleinen Holzblock (genannt "Festhaltekreuz") jedenfalls morgen segnen lassen und mich daran erfreuen, dass sich jemand wirklich Sorgen um mich macht... und dafür danke ich Gott... von ganzem Herzen... :)

Kommentare:

  1. >>Und es zeigt mir wieder einmal, was ich mir schon vor Jahren dachte: Diejenigen, die am "normalsten" sind und sich am Ende die meisten Gedanken über ihre Mitmenschen machen, sind eben nicht diese scheinbar fehlerlosen, sündenfreien Vorzeigekatholiken, die immer nur mit dem Finger auf andere (Priester, Bischöfe etc.) zeigen, von denen das Internet gefüllt zu sein scheint, sondern gerade die, die eben - wie mein Kollege zu sagen pflegt - in erster Linie Christ und nicht in erster Linie Katholik sind.<<

    Wie stellst Du dir einen scheinbar fehlerlosen, sündenfreien Vorzeigekatholiken vor? Wo liegt den der Unterschied zwischen Christ und Katholik?

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  2. Hallo "Anonym"..., am Tag Deines Eintrages hatte ich einen Todesfall. Aber ich würde gerne nochmal auf Deine Frage zurückkommen. Mein Kollege, der durchaus seinen Anteil an meiner Konversion hatte, mit dem ich mich aber später immer öfter über katholische Themen in den Haaren hatte, pflegt zu sagen, er sei in erster Linie Christ, nicht Katholik. Das heißt, ihn interessieren keine Dogmen und kein Katechismus. Wie das eben heute bei den meisten so zu sein scheint.

    Die scheinbar - und ich betone: scheinbar - "fehlerlosen, sündenfreien Vorzeigekatholiken" beschäftigen sich in Foren nahezu ausschließlich mit den kleineren oder größeren Vergehen von Bischöfen, Priestern und anderen und werden nicht müde, die Einhaltung aller Regeln rigoros einzufordern. Das ist zumindest das, was bei mir ankommt. Da macht man sich z. B. über säkulare weibliche katholische Orden lustig (die ich auch nicht gutheiße, aber man muss sich über diese armen verwirrten Frauen nicht immer wieder lustigmachen), und überhaupt macht oft der Ton die Musik. Wenn jemand immer nur auf die Fehler der anderen zeigt, impliziert das doch automatisch (in meinen Augen), dass er selbst fehlerlos ist, denn sonst hätte er genug mit seiner eigenen Heiligung zu tun.

    Ich mag mich an derartigen Diskussionen jedenfalls mittlerweile nicht mehr beteiligen. Denn ICH habe tatsächlich genügend mit meiner eigenen Heiligung zu tun, wenn ich so weitermache wie bislang, lande ich garantiert nicht da, wo unser himmlischer Vater es eigentlich für jeden Menschen gedacht hat... :-/

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    1. Ups! Ich habe erst jetzt deine Antwort gelesen...(habe nämlich nicht mehr damit gerechnet, meinen Beileid zu dem Todesfall) und versuche eine Antwort. Die Einstellung deines Kollegen kenn ich: Erst Christ und dann Katholik. Sie ist wohl weit verbreitet, zwar nicht verbal artikuliert aber dann doch unterschwellig vorhanden. Ich kann mit dieser Ansicht nichts anfangen, solange ich nicht die Motivationsgründe kenne. Ist es Angst? Sind es Zweifel? Das klingt erst mal so, als wenn jemand sagte: Ich bin zwar verheiratet, glaube aber nicht an die Ehe.

      Zu den sog. "Vorzeigechristen" die in den Foren die genaue Einhaltungen von Regeln fordern: Ich bin Jahrgang 1960 und habe die flächendeckende Missachtung der Regeln so ziemlich genau miterlebt. So habe ich einen Werdegang, den eine Konvertitin nicht haben kann. Das soll jetzt kein Vorwurf sein, sondern nur eine Einleitung zu meinen Überlegungen: Ich weiß, welche unabsehbaren Folgen, die Nichteinhaltung von Regeln mit sich bringen. Der Niedergang beider Kirchen in Deutschland (ich freue mich über jeden Konvertiten in die katholische Kirche) ist die Folge der totalen Entsakralisierung der Gottesdienste, durch die Abschaffung oder Entwertung von Regeln. Die Folgen sind: Die Gottheit Jesu Christi wird angezweifelt inc. Auferstehung und Wunder. Das ist sozusagen der Tod eines jeden christlichen Glaubens, egal ob er an Dogmen glaubt oder nicht. So schreibt ja schon der hl. Paulus vor ca. 2000 Jahren sinngemäß: "Ist Jesus nicht von den Toten auferstanden, so ist unser Glaube nutzlos und wir sind die ärmsten Menschen auf dieser Erde!" Um diesen Glauben zu bewahren, hat die kahtolische Kirche ein umfassendes Regelwerk entwickelt, welches sich um den Gottesdienst und die Sakramente spannt. Manches war gut und wurde erhalten, manches weniger gut und wieder verworfen. In den letzten 40 Jahren wurde zumindest in der katholischen Kirche hierzulande selbst die bewährten Regeln über Bord geworfen. Die wichtigsten aus meiner Sicht:
      Messe nicht als Opfer sondern als Mahl.
      Die Ehrfurchtslosigkeit nach der Einführung der Handkommunion und den damit einhergehenden Glaubensschwund der Katholiken an die reale Gegenwart Jesu in der Hostie.
      Darüber kann man streiten und diskutieren, man muss es aber nicht. Wenn man aber dagegen seine Stimme erhebt und mit Nachdruck fordert die begangenen falschen Wege zu verlassen, und das hartnäckig pflegt, kann es schon mal sein, dass man als "Vorzeigekatholik" in eine bestimmte Ecke gedrückt wird. (Ich spreche aus eigener Erfahrung) Natürlich sind diese Diskussionen nicht der Voraussetzung für die eigene Heiligung und sollen es auch nicht sein. Allerdings kann die Einhaltung der Regeln die Heiligung beschleunigen oder zumindest auf lange Sicht festigen.

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    2. Hallo "Anonym",

      vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, jetzt kann ich Dich auch besser einordnen... ;-)

      Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin ja grundsätzlich ganz Deiner Meinung. Ich kann zwar noch nicht auf so eine lange katholische Geschichte zurückblicken wie Du, aber ich habe - im Zeitraffer - trotzdem so einiges mit der Kirche erlebt, denke ich, insbesondere da ich auch nie nur in meine Heimatgemeinde gegangen bin, sondern von Anfang an alle möglichen Hl. Messen der näheren Umgebung besucht hatte.

      Ich bin - völlig unbedarft und nur liberale Katholiken kennend - damals in die "Konzilskirche" (ich mag den Begriff nicht, aber er illustriert, was ich meine) konvertiert, glaubte, eine "Heimat" gefunden zu haben, und nun stehe ich am äußeren Rand... ich finde die Situation auch nicht besonders lustig.
      Ein paar Monate nach meiner Konversion erschien "Redemptionis Sacramentum", und ich kenne es quasi in- und auswendig... hab tatsächlich auch mal versucht, mit einem Priester über seine liturgischen "Missbräuche" zu sprechen (es war eine eindrückliche Erfahrung)...

      Ich wollte keineswegs GEGEN die Einhaltung von Regeln argumentieren. Ich weiß, dass jede Regel ihren tieferen Sinn hat.
      Aber ich glaube, Du hast meinen Punkt nicht verstanden, bzw. wir reden wohl aneinander vorbei.

      Was mich zunehmend nervt, ärgert und abschreckt, ist die Art und Weise, wie die von mir gemeinten Katholiken im Internet agieren.

      So führt man doch niemanden zu Gott? Da wird überhaupt nicht versucht, sich in andere hineinzuversetzen, ihre Denkweise und ihre Probleme zu verstehen, sondern der wahre Glaube soll ihnen mit dem Holzhammer eingetrichtert werden. Und Umgangsformen braucht es natürlich auch keine...

      Und aus jeder Mücke wird direkt ein Elefant gemacht.

      Ich brauche nur einen kurzen Blick in ein Forum oder nach Facebook zu werfen und stehe direkt wieder kopfschüttelnd davor.

      Und am besten sind dann noch die persönlichen subjektiven Erfahrungen von echter Scheinheiligkeit... :-(

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    3. Vielleicht erst mal vorweg: Du stehst mitnichten am äußersten Rand der katholischen Kirche. Lass dir das von einem "erfahrenen" Katholiken ruhig sagen. Ich geb zu, dass der Eindruck entstehen kann, wenn man von lauter liberalen Katholiken umgeben ist und dann auch noch Redemptionis Sacramentum gelesen hat. Diesen Schreiben kommt aus der Mitte der katholischen Kirche, du bist also in bester Gesellschaft.
      Vielleicht noch ein paar Worte zum Umgangston und der Holzhammermethode. Ich bin seid 12 Jahren ununterbrochen im Pfarrgemeinderat unserer Gemeinde tätig. Insgesamt dürften es wohl an die 20 Jahre sein. Was ich dort gelernt habe ist: Die Ausserkraftsetztung von Regeln, führen mit Sicherheit niemanden zu Gott, sondern erreichen immer das Gegenteil. Bestenfalls bezeichnen sich Gläubige als Christen aber nicht als Katholiken. Ich habe mit den mir zu Verfügung stehenden Mitteln versucht, höflich und auf Augenhöhe diese Entwicklung als kontraprokuktiv (mit entsprechenden Beispielen) dargestellt. Die Pallette der Anfeindungen ging von Ignoranz über Verleumdung (ich wäre ein Vorzeigekatholik und päpstlicher als der Papst...was ich mitnichten bin) bis hin zur Missachtung meiner Person. In den Augen der liberalen Katholiken, die die Mehrheit im PGR stellen, habe ich, aus jeder Mücke einen Elefanten gemacht. So forderte ich doch tatsächlich die Kommunionbank wieder zu benutzen, die wir nun mal in unserer Kirche haben, der Aufschrei war dementsprechend. Ich kann mich eben nicht damit abfinden, dass mit dem Holzhammer den Gläubigen die Handkommunion "empfohlen" wurde und an dieser Fehlentwicklung krampfhaft fest gehalten wird obwohl aus der Mitte der Kirche anderes Signale zu hören sind.
      Das reale Leben eines Katholiken findet nicht in Internetforen oder bei Facebook statt. Da kann man schon mal interessantes finden, wie z.B. diverse Blocks :-), aber der wahre Glaube bewährt sich 24 Stunden am Tag in der Familie, in der Gemeinde und so auch im PGR. Da halte ich es mit Paulus: Das Gute bewahrt, das Schlechte sortiert aus.

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    4. Diesen Vers von Paulus finde ich auch ganz wichtig, so habe ich das immer gehalten... das war auch von Anfang an mein Motto, als ich irgendwann begann, die Piusbruderschaft zu besuchen (das meinte ich mit äußerem Rand, vllt. hast Du das überlesen, ich hab's ja jetzt hier nicht erwähnt).

      Ich finde es großartig, was Du tust.
      Hattest Du denn Erfolg, was die Sache mit der Kommunionbank betrifft? Gerade das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt, was Hl. Messen im Novus Ordo angeht. Mir wäre viel geholfen, wenn die Kommunionbänke flächendeckend wieder eingeführt würden. Eigentlich müsste doch auch für jeden völlig einleuchtend sein, dass, wer sich nicht knien möchte, keineswegs durch diese Bank daran gehindert wird, stehenzubleiben.
      Wer aber knien möchte, ist ohne diese Bank durchaus nicht immer in der Lage dazu (Alter, Krankheit, Unsicherheit).
      Ich persönlich finde ich es z. B. sehr unglücklich, dass es in vielen Kirchen beliebt ist, dass der Kommunionspender am Ende der Altarstufe steht. Möchte man sich knien, ist der Abstand umso größer, und man macht es dem Spender schwer (klar könnte man sagen, dieser ist selbst schuld, aber mein Kommunionempfang soll ja keine Provokation sein). Diese Problematik wäre durch eine Kommunionbank beseitigt. Es könnte so einfach sein. Seufz.

      Konntest Du diese Dinge denn Deinen Mitstreitern im PGR vernünftig illustrieren? Oder bist Du da tatsächlich nur gegen eine Wand gerannt?

      Du hast völlig recht, dass sich das reale Leben außerhalb des Internets abspielt, natürlich. Aber wenn Katholiken das Internet nutzen, dann sollten sie sich meiner Meinung nach bemühen, niemanden zu verschrecken...
      (wobei ich realistisch betrachtet davon ausgehen muss, dies möglicherweise selbst schon getan zu haben, mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa... *seufz*)

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    1. Die Benutzung der Kommunionbank ist in unserer Kirche nicht möglich gemacht. Es wäre ja auch ein Eingeständnis der Fehlentwicklung in Bezug auf die Handkommunion. Und das wäre der Anfang vom Ende, der "liberalen Fraktion". Nein, da mache ich mir keine Illusionen: Diese Fehlentwicklung braucht Jahrzehnte um wieder rückgängig gemacht zu werden und wir beide werden das wohl nicht mehr erleben. Insofern renne ich allerdings gerne erst mal gegen Wände. Irgendjemand sollte säen, ein anderer kann ja gerne ernten. Nochmal: Es gab und gibt keine vernünftigen Gründe den Gläubigen die Wahl beim Kommunionempfang zu überlassen. Das alles hat zu einer unaussprechlichen Verwirrung gesorgt und niemandem geholfen. Wenn man das heute, egal ob im realen Leben oder im Internet diese Meinung vertritt, verschreckt man die meisten der Zuhörer oder der Leser. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich den Holzhammer raushole, sondern, dass mein Gegenüber nur Bahnhof versteht und denkt er hätte eine Vorzeigechristen vor sich. Und selbst mit logischer Argumentation ändert sich nix an seiner Haltung. Leider! Wenn es dann den Anschein hat, der Kommunionbankbefürworter (was für ein Wort-:) wäre der bessere Christ, ist das nicht so weit daneben gegriffen. Wenn er die besseren Argumente hat und die in Demut vorbringt, geht das natürlich auch in diese Richtung. Und das gibt Ärger. So oder so.

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    2. Dass Dein Anliegen nicht von Erfolg gekrönt war, tut mir leid...

      Mir ist mittlerweile auch klar, dass Du Dich von meiner Formulierung "Vorzeigekatholik" persönlich getroffen fühlst, das tut mir ebenfalls leid, ich weiß nicht, wer Du bist und kann mir daher auch kein Urteil über Dich erlauben.

      Aber schau, bleiben wir bei Deinem Beispiel.
      Ich würde das Thema "Kommunionbank" definitiv vom Thema "Handkommunion" trennen wollen. Zunächst einmal gilt, was heute geltendes Recht ist (egal, wie es ertrotzt worden ist, dafür können die meisten doch gar nichts persönlich), und das geltende Recht erlaubt den Empfang der Kommunion kniend oder stehend mit der Hand oder in den Mund.
      Also sollten beide Wege ermöglicht werden. Und ohne Kommunionbank ist das u. U. eben nicht möglich, und da ich nicht in Deiner Situation bin und es daher nicht aus eigener Erfahrung weiß, muss ich es so hinnehmen, dass es unmöglich sein soll, den Leuten das begreiflich zu machen.

      Ich frage mich aber immer automatisch, ob es denn wirklich keinen Weg gibt, dass sie das verstehen können. Vielleicht müsste man es anders anpacken? Vielleicht müsste man versuchen, sich in sie einzufühlen?
      Macht man es sich - ich meine nicht Dich - nicht heute oft zu einfach, indem man einfach meint, der andere ist beratungsresistent und viel zu schnell aufgibt oder gar die Geduld verliert?!
      Ich glaub, manche ältere, die während des Konzils zwischen 20 und 40 waren, haben heute echt "Angst", dass die Zeit zurückgedreht werden könnte. Das muss man zunächst mal zu verstehen suchen. Wir kennen diese Zeit doch nicht aus eigener Erfahrung, Du warst ja auch noch recht klein...

      Und ich selbst empfange natürlich nur die kniende MK und habe mich auch schon häufiger an den virtuellen Diskussionen diesbezüglich beteiligt, aber ich stehe auf dem Standpunkt, solange beides erlaubt ist, müssen wir das akzeptieren. Es hilft nichts. Wenn ich für mich sage, dass die MK das "bessere" ist, dann fühlen sich direkt 100 andere, die durchaus um das hohe Gut des Altarssakraments wissen und trotzdem die HK empfangen wollen, zutiefst verletzt. Und schon hat man den schönsten Streit... tausendmal erlebt... *seufz*

      Da ist es besser, darum zu beten, dass die Erlaubnis der HK rückgängig gemacht wird.

      Aber eben weil sich dieses Thema nicht von Verletzungen trennen lässt, würde ich das beim Thema Kommunionbank auch außen vor lassen. Es gibt ja durchaus Leute, die kniend die HK empfangen. Sich zu knien, zwingt nicht zur MK. Und eine Kommunionbank verpflichtet auch nicht, sich zu knien. Solange beides erlaubt ist, müsste in beide Richtungen mehr Toleranz herrschen. Ich finde es schlimm, wie es gerade bei diesem Thema immer wieder zu harten Auseinandersetzungen kommt.

      Natürlich macht mich die HK traurig. Natürlich ist sie vielerorts mit Sakrilegien verbunden. :-(
      Aber man darf es nicht verallgemeinern. Und es obliegt dem Papst und letztlich Gott, diese Fehlentwicklung rückgängig zu machen. Wenn wir uns darüber streiten, bringt das gar nichts (außer die totale Abschreckung von Nicht-Christen bzw. Nicht-Katholiken(!!!)).

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  4. Erst mal Danke für den regen Gedankenaustausch. Das Beste ist natürlich für die Handkommunion einzutreten indem man sie praktiziert. Es mag ältere Katholiken geben, die Angst vor dem Zurückdrehen der Zeit haben. Aber sehr viele praktizieren u.a. die Handkommunion weil sie nicht als Sonderling oder Ewiggestriger in der Gemeinde abgestempelt werden wollen. Interessant in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass ich bei den PGR Wahlen immer die meisten oder zweitmeisten Stimmen auf mich vereinigen konnte (meist von den älteren Gemeindemitgliedern) und das, obwohl ich immer an der traditionellen Feier der hl. Messe festhalte. Das ist auch eine Motivation bei der Sache zu bleiben ebenso auf deinem Block regelmäßig zu lesen.
    Ach ja, ich wohne am Niederrhein in NRW....damit ist wenigstens ein kleiner Schleier der Annonymität gelüftet.

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    1. Danke auch, ich fand es sehr nett, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast! :)

      Du meintest natürlich, "für die Mundkommunion einzutreten", nicht wahr? Solche ärgerlichen Verschreiber passieren mir auch oft... *blinker*

      Ich finde es erstaunlich, dass Du solche Erfolge bei den PGR-Wahlen hast. Und ich bewundere Dich wirklich dafür, dass Du trotz Deiner Sympathie für die alte Messe so engagiert in Deiner Heimatpfarrei tätig bist. Solche Beispiele bräuchte es natürlich mehr. Seufz.

      Ich könnte das nicht.
      Vielleicht ist das der Vorteil eines geborenen Katholiken, dass er in alles hineingewachsen ist. Mein katholischer Glaube ist ein zartes Pflänzchen und nicht sehr witterungsbeständig, daher gehe ich kein Risiko ein, wo ich die Hl. Messe besuche... :-(

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