Den heutigen Tag empfand ich als sehr belastend. Ich war durcheinander, traurig und auch wütend, ärgerte mich über mich selbst, da ich entgegen meiner üblichen Natur merkte, wie ich allmählich Groll gegenüber einem anderen (virtuellen) Menschen entwickelte. Das Gedankenkarussell sorgte erschwerend für unerträgliche Kopfschmerzen.
Mehr oder minder spontan hab ich dann beschlossen, früher als gewöhnlich das Büro zu verlassen und in eine Hl. Messe zu gehen, die nur mittwochs in ca. 15 Minuten fußläufiger Entfernung von meiner Wohnung stattfindet. Die kleine Kirche mag ich ausgesprochen gern. Ich merkte direkt, wie ich zur Ruhe komme und all meine ganzen quälenden Sorgen beim Herrn ablegen konnte...
Ich muss sagen, dass es eine wirklich unerwartet schöne Hl. Messe war, so schön sie halt in der ordentlichen Form des römischen Ritus sein kann (die außerordentliche Form gibt es leider nicht dann, wenn ich es gerne hätte). Es fing schon damit an, dass ich sehr glücklich war, dass das ordentliche Schuldbekenntnis gesprochen wurde. Ich bat vorher noch in Gedanken inständig darum, und, ja, tatsächlich, danke...
Von ganzem Herzen habe ich es mitgesprochen und Gott für meinen Groll um Verzeihung gebeten, was bei den Christusrufen der Form C so direkt nicht möglich gewesen wäre.
Angesprochen hat mich dann natürlich die heutige Lesung... nicht zornig sein... alles Böse ablegen... sanftmütig sein... nein, das fällt mir momentan tatsächlich recht schwer...
Herr, es tut mir leid, ich möchte nach Deinem Worte handeln, aber ich bin so schwach, und derzeit weiß ich mit der emotionalen Belastung einfach nicht mehr umzugehen. Ich fühle mich überfordert, hilflos und allein. Aber das ist natürlich keine Entschuldigung dafür, was ich heute für böse Gedanken hatte. Sie haben mich ja selbst erschreckt.
Bitte verzeih mir, Herr, und schenke mir Deinen Frieden, Deine Sanftmut... ich möchte ein aufrichtiges Zeugnis meines Glaubens geben, authentisch sein... es soll doch durchscheinen, dass ich Dich liebe und aus Deiner Liebe lebe...
Warum mache ich nur immer alles falsch? Warum erscheinst Du mir meist so weit weg? Seufz... :-(
Es gab das 3. Hochgebet, und ich freue mich immer, wenn nicht das 2. genommen wird, insofern war ich glücklich und zufrieden. Ich habe problemlos die knieende Mundkommunion empfangen können, und irgendwie war ich hinterher doch recht selig und von großem Dank erfüllt.
Schwer beladen hatte ich die Kirche betreten, von einer Last befreit hab ich sie verlassen, so fühlte es sich an.
Ja, so soll es sein. Der Besuch der Hl. Messe ist die Kraft für unseren Alltag, die Hl. Eucharistie stärkt und ermutigt uns.
Schade, dass ich das nicht jeden Tag so erleben kann... aber danke für heute, ich hatte es wirklich dringend nötig... deo gratias!
* * * * * * *
Dies hier ist übrigens eines meiner absoluten christlichen Lieblingslieder, und das passt ganz gut dazu:
"Herr, ich komme zu Dir, und ich steh' vor Dir, so wie ich bin,
alles was mich bewegt, lege ich vor Dich hin.
Herr, ich komme zu Dir, und ich schütte mein Herz bei Dir aus,
was mich hindert, ganz bei Dir zu sein, räume aus!
Meine Sorgen sind Dir nicht verborgen, Du wirst sorgen für mich.
Voll Vertrauen will ich auf Dich schauen, Herr, ich baue auf Dich!
Gib mir ein neues ungeteiltes Herz. Lege ein neues Lied in meinen Mund.
Fülle mich neu mit Deinem Geist, denn Du bewirkst Dein Lob in mir."
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Donnerstag, 16. Februar 2012
Montag, 9. Januar 2012
Leise sinkt der Abend nieder...
In der nächsten Zeit möchte ich hier auch die (christlichen) Lieder und Gebete sammeln, die mir etwas bedeuten. Passend zur mal wieder viel zu späten Stunde beginne ich mit folgendem Text:
Leise sinkt der Abend nieder und das Tagwerk ist vollbracht,
:will Dich, Jesus, nochmals grüßen und Dir sagen gute Nacht.:
Traulich still vorm Tabernakel hält die ew'ge Lampe Wacht
:und die Englein singen leise: Lieber Heiland, gute Nacht.:
Heiland, gib uns Deinen Segen, schirm mit Deiner Gottesmacht
:mich und alle meine Lieben, schenk uns eine gute Nacht.:
Heiland, darf nicht länger weilen, hielt so gern noch bei Dir Wacht,
:doch ich grüße Dich von Herzen, lieber Heiland, gute Nacht.:
Tagt für mich ein neuer Morgen, gelte Dir mein erster Gruß:
:Liebster Jesus, Heil und Leben meiner Seele Hochgenuß.:
Eins mit Dir, so will ich leben, eins mit Dir, wenn's Auge bricht.
:Laß die Seele heimwärts schweben, grüßen Dich im ew'gen Licht.:
(inklusive Rechtschreibung entnommen dem Gebetszettelchen Nr. 7203 aus dem Miriam-Verlag)
Ich weiß, dass die meisten das "kitschig" finden werden, aber mir gefällt es sehr. Ich hörte es zum ersten Mal im Jahr nach meiner Konversion auf meiner ersten Maiandacht in einer Gemeinde, in der es viele polnische Katholiken gab, und es hat mich sofort zutiefst berührt. Anscheinend hatte dieses Lied dort Tradition.
Als ich es im selben Jahr in einer Nachbarpfarrei dann selbst einmal für eine Rosenkranzandacht verwendete, wurde ich hinterher von zwei älteren Damen angesprochen, die sich sehr gefreut hatten, weil sie es auch schon lange nicht mehr gehört hatten.
Ich selbst hörte es dann erst im Jahr 2011 wieder, als ich erstmalig an Sühnenächten in Wigratzbad teilgenommen habe.
Wie gesagt, ich weiß, dass viele mit so etwas nichts anfangen können, aber für mich hat es etwas von dem "so werden wie die Kinder", wenn man dem "lieben Heiland" einfach eine "gute Nacht" wünscht, meine Liebe zum Herrn ist eine kindliche naive Liebe, und außerdem finde ich die Melodie wunderschön.
Und indem ich es hier poste, hoffe ich einfach, dass es neben mir auch noch andere Menschen in den virtuellen Weiten gibt, die dies ebenso schön finden...
Was die Strophen angeht, scheint es geringfügige Unterschiede zu geben, hier ist z. B. eine dabei, die nicht auf dem Zettelchen steht:
"Hab ich heute Dich betrübet und Dir wenig Freud gemacht,
:morgen will ich Dich recht lieben, lieber Heiland, gute Nacht.:"
In diesem Sinne, gute Nacht! ;-)
EDIT 14.03.2021: Mir fiel heute zufällig auf, dass das 2012 ausgewählte eingebettete Video gar nicht mehr existiert. Dann verknüpfe ich mal ein anderes: => https://gloria.tv/post/8DGeDDs2sP4YAUQ86gsgYgJ1V
Leise sinkt der Abend nieder und das Tagwerk ist vollbracht,
:will Dich, Jesus, nochmals grüßen und Dir sagen gute Nacht.:
Traulich still vorm Tabernakel hält die ew'ge Lampe Wacht
:und die Englein singen leise: Lieber Heiland, gute Nacht.:
Heiland, gib uns Deinen Segen, schirm mit Deiner Gottesmacht
:mich und alle meine Lieben, schenk uns eine gute Nacht.:
Heiland, darf nicht länger weilen, hielt so gern noch bei Dir Wacht,
:doch ich grüße Dich von Herzen, lieber Heiland, gute Nacht.:
Tagt für mich ein neuer Morgen, gelte Dir mein erster Gruß:
:Liebster Jesus, Heil und Leben meiner Seele Hochgenuß.:
Eins mit Dir, so will ich leben, eins mit Dir, wenn's Auge bricht.
:Laß die Seele heimwärts schweben, grüßen Dich im ew'gen Licht.:
(inklusive Rechtschreibung entnommen dem Gebetszettelchen Nr. 7203 aus dem Miriam-Verlag)
Ich weiß, dass die meisten das "kitschig" finden werden, aber mir gefällt es sehr. Ich hörte es zum ersten Mal im Jahr nach meiner Konversion auf meiner ersten Maiandacht in einer Gemeinde, in der es viele polnische Katholiken gab, und es hat mich sofort zutiefst berührt. Anscheinend hatte dieses Lied dort Tradition.
Als ich es im selben Jahr in einer Nachbarpfarrei dann selbst einmal für eine Rosenkranzandacht verwendete, wurde ich hinterher von zwei älteren Damen angesprochen, die sich sehr gefreut hatten, weil sie es auch schon lange nicht mehr gehört hatten.
Ich selbst hörte es dann erst im Jahr 2011 wieder, als ich erstmalig an Sühnenächten in Wigratzbad teilgenommen habe.
Wie gesagt, ich weiß, dass viele mit so etwas nichts anfangen können, aber für mich hat es etwas von dem "so werden wie die Kinder", wenn man dem "lieben Heiland" einfach eine "gute Nacht" wünscht, meine Liebe zum Herrn ist eine kindliche naive Liebe, und außerdem finde ich die Melodie wunderschön.
Und indem ich es hier poste, hoffe ich einfach, dass es neben mir auch noch andere Menschen in den virtuellen Weiten gibt, die dies ebenso schön finden...
Was die Strophen angeht, scheint es geringfügige Unterschiede zu geben, hier ist z. B. eine dabei, die nicht auf dem Zettelchen steht:
"Hab ich heute Dich betrübet und Dir wenig Freud gemacht,
:morgen will ich Dich recht lieben, lieber Heiland, gute Nacht.:"
In diesem Sinne, gute Nacht! ;-)
EDIT 14.03.2021: Mir fiel heute zufällig auf, dass das 2012 ausgewählte eingebettete Video gar nicht mehr existiert. Dann verknüpfe ich mal ein anderes: => https://gloria.tv/post/8DGeDDs2sP4YAUQ86gsgYgJ1V
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